In Indien baut Meta, die Muttergesellschaft des Social-Media-Giganten Facebook, eine digitale Plattform auf, die das Potenzial hat, die gesamte Lebensmittelversorgungskette des Landes zu monopolisieren und sie auf die Bedürfnisse der westlichen Industrieländer auszurichten. In Kenia, einer weiteren ehemaligen Kolonie Großbritanniens, entwickelt sich eine beispiellose Krise: Millionen armer Kenianer versinken in Schulden, indem sie Mikrofinanzierungen über digitale Apps in Anspruch nehmen. Außerdem arbeiten die digitalen Kreditvergabe Programme in Kenia, genau wie in Indien, darauf hin, den Agrarsektor des Landes vollständig zu unterwerfen.
Das globale digitale Ökosystem wird von einigen wenigen Technologieunternehmen kontrolliert. Es baut auf Abhängigkeiten auf, die während der klassischen Kolonialzeit entstanden sind. Heute muss der Kolonisator nicht mehr physisch in einem kolonisierten Land anwesend sein, um das kolonisierte Volk mit der Peitsche zu schlagen: Die globale digitale Architektur gibt den Kolonialherren subtilere Werkzeuge der Ausbeutung an die Hand.
Wie betreiben die größten Digitalkonzerne Ausbeutung in den Ländern des Globalen Südens und welche Unternehmen profitieren davon? Welche kolonialen Abhängigkeiten bestehen heute noch? Inwiefern ergänzen sich Kapitalismus und Kolonialismus? Welche Möglichkeiten haben die Länder des Globalen Südens, digitale Souveränität zu entwickeln?
In dieser Diskussion wird der Autor die wichtigsten Argumente und Ergebnisse seiner Arbeit vorstellen; anschließend wird Gelegenheit zu einer öffentlichen Diskussion und für Fragen geboten. Die gesamte Veranstaltung dauert etwa 90 Minuten.
Über den Autor: Satyajeet Malik ist Staatswissenschaftler und freier Journalist mit Wohnsitz in Berlin. Vor seinem Umzug nach Deutschland arbeitete Satyajeet als Menschenrechtsanwalt in Indien.